MÄRKLINWELT
DIE NEUE                                             Für Märklin. Für Göppingen. Für alle Modellbahnfans.
         lebt! Die „Traumhochzeit der Spielwarenbranche“ ist im März 2013 perfekt: Simba-Dickie-Chef Michael Sieber und Märklin-Treuhänder Michael Pluta unterzeichnen den Übernahmevertrag durch den Fürther Spielwarenhersteller. Aufatmen in der Branche, unter den vielen Modellbahnfans, den verbliebenen Beschäftigten und bei vielen Göp- pingern, dass „ihr“ Traditionsunternehmen nun unter dem Dach eines großen Konzerns wieder unter Volldampf fahren kann. Ausgerechnet im Jahr 2009, zum 150-jährigen Bestehen, hatte Märk- lin Insolvenz anmelden müssen. Der absolute Tiefpunkt einer unternehmerischen Achterbahnfahrt. Vor der Jahrtausendwende schien Märklin noch auf dem richtigen Gleis, konnte man sich doch zumindest auf die treuen Modellbahn-Sammler und Hobby- Märklinisten verlassen, die auch vor höheren Preisen nicht zurückschreckten. Das Göppinger Werk an der Stuttgarter Straße galt fast schon als lebendiges Museum des Industriezeitalters, Präzision und Perfektion durch die teilweise sehr aufwen- dige Handarbeit lohnten sich jedoch. Märklin stand angesichts der großen Um- brüche im Spielzeugmarkt überraschend gut da. Die Kehrtwende begann, als Märklin mit einer eigensinnigen Produkt- und Vertriebspolitik die altgedienten Kunden allmählich verprellte, Kinder wegen der Preise und der elektronischen Spielekonkurrenz endgültig abwanderten und die Unternehmensführung durch Streitigkeiten zwischen den Eigentümerfamilien weiterhin gelähmt war. Von roten Zahlen alarmiert, forcierten sogar die Beschäf- tigten die Übernahme durch die britische Investmentfirma „Kingsbridge Capital“ im Jahre 2006, einer, wie viele zunächst hofften, „zahmen Heuschrecke“ mit dem Faible für gute Markennamen. Doch die eingesetzte Unternehmensführung zeigte wenig Gespür für den Spiel- zeugmarkt, beschäftigte überforderte, aber sündhaft teure Berater, verriet unbe- dacht Firmengeheimnisse an die Konkurrenz in Fernost und konnte nur vorüber- gehend durch die Schließung des Sonneberger Werks einen medienwirksamen „Turnaround“ vermelden. Schließlich verwehrten die Hausbanken weitere Kredite für das Saisongeschäft, wodurch Märklin mit einem Schuldenberg von 93 Mil- lionen Euro 2009 insolvent ging. Der eingesetzte Ulmer Insolvenzanwalt Michael Pluta war stets optimistisch, dass sein Grundsatz „Sanieren heißt gesunden“ auch im Falle von Märklin zutreffen werde. Zunächst beinhaltete dies jedoch die altbekannte Schrumpfkur: Entlassung von 430 Mitarbeitern an den verbliebenen Produktionsstandorten Göppingen, Györ (Ungarn) und Nürnberg, wobei letzterer ganz geschlossen wurde. Daraus ergab sich die bis heute gültige Arbeitsteilung, wonach rund 480 Mitarbeiter im Göppinger Stammwerk hochwertige Artikel entwickeln und produzieren, wäh- rend die gut 500 Beschäftigten in Györ vor allem die Märklin-Wagen, das Trix- und LGB-Sortiment herstellen und mit geringen Arbeitskosten zum Erhalt des Unternehmens beitragen.  Die neue Geschäftsführung veranlasste darüber hinaus die Straffung des Sortiments, die Förderung des vernachlässigten Exports, die Einführung einer Produktlinie für Kleinkinder („my world“), Verbesserungen im Vertrieb, eine transparente Unternehmenskommunikation und ein Verbot für sämtliche Bera- terfirmen. Doch waren es nicht zuletzt auch die finanziellen Zugeständnisse der Göppinger Belegschaft, die Märklin im Rekordtempo zurück in die Erfolgsspur brachten. Seit 2010 erzielt das Unternehmen wieder Gewinne, weshalb die 1350 Gläubiger sich rasch damit einverstanden erklärten, einem Insolvenzplan ohne Investor zuzustimmen. Sie erhielten dafür einen Teil ihrer Forderungen aus der Firmenkasse und wurden selbst vorübergehend Eigentümer. Mit dem Verkauf an Simba-Dickie konnte Märklin nun plangemäß sämtliche Schulden begleichen. Eine Rückzahlungsquote von 100% ist bei insolvent gegangenen Firmen selten.  
MÄRKLINWELT Unterstütze die ! Mach mit! MÄRKLIN MÄRKLINWELT Initiative c Für eine Arbeitsplatzgarantie bis 2019 machten die verbliebenen knapp 500 Beschäftigen bei der Übernahme finanzielle Zugeständnisse Wegen Kosteneinsparungen wurden auch die Werke in Schwäbisch Gmünd (1991), Sonneberg (2007) und Nürnberg (2009) geschlossen Simba-Dickie investiert 29 Millionen Euro in die Märklin-Produktion, Steiff aus dem Nachbarkreis Heidenheim hält seinen Umsatz konstant WILLKOMMEN! KONZEPT STANDORT CHANCEN MYTHOS MÄRKLIN LEBT! MUSEUM HEUTE KONTAKT Simba-Dickie erzielt einen Jahresumsatz von über 600 Millionen Euro, Vertriebswege und Marktkenntnisse sollen auch Märklin zugutekommen. Gesellschafter Florian Sieber leitet Marketing und Vertrieb, zweiter Geschäftsführer ist der gebürtige Gmünder Wolfrad Bächle (Technik) Robuste Züge und viel Zubehör sollen wieder Kinder begeistern und den Märklin-Umsatz von rund 110 Millionen Euro deutlich steigern